Das elegante Cabriolet ŠKODA FELICIA feierte vor 60 Jahren seine Weltpremiere

› Am 1. März 1959 stellte ŠKODA den offenen ŠKODA FELICIA in Leipzig vor
› Die meisten ŠKODA FELICIA Cabriolets fanden in Exportmärkten ihre begeisterte Kunden
› Unter Sammlern zählt der offene 2+2-Sitzer zu den beliebtesten klassischen ŠKODA Modellen

Mladá Boleslav, 27. Februar 2019 – Der ŠKODA FELICIA, das wohl beliebteste tschechische Cabrio überhaupt, feiert dieses Jahr das 60. Jubiläum seiner Weltpremiere. Am 1. März 1959 fuhr der attraktive 2+2-Sitzer auf der Frühjahrsmesse in Leipzig erstmals ins Rampenlicht. Im tschechischen ŠKODA Werk Kvasiny rollten zwischen 1959 und 1964 insgesamt 14.863 Fahrzeuge dieses Typs vom Band. Mehr als zwei Drittel der Produktion wurden in die ganze Welt exportiert.

Am Sonntag, den 1. März 1959, öffnete die Leipziger Frühjahrsmesse ihre Tore. Als Publikumsmagnet der Ausstellung zogen die neuen Pkw-Modelle von ŠKODA die Blicke auf sich: Neben dem OCTAVIA präsentierte sich auch das attraktive Cabriolet ŠKODA FELICIA erstmals dem Publikum. Wenig später sorgte der offene FELICIA auch auf dem Genfer Automobilsalon vom 12. bis 22. März international für Aufsehen. Und ab dem 4. April 1959 präsentierte ŠKODA sogar auf dem New Yorker Messegelände Coliseum drei Exemplare des neuen Cabriolets – als weltgrößter Automobilmarkt besaßen die USA für alle Hersteller immense Bedeutung. Besonders europäische Cabrios galten jenseits des Atlantiks als Importschlager.

Vorgänger des schicken neuen Modells war der ŠKODA 450, der 1957 ebenfalls als Cabrio erschien. Die Typbezeichnung leitete sich aus der Zylinderzahl und der Motorleistung ab – der ŠKODA 450 besaß einen Vierzylinder mit 50 PS. Die meisten der insgesamt 1.010 Exemplare, die bis zum Modellwechsel 1959 entstanden, fanden Liebhaber in so anspruchsvollen Märkten wie Großbritannien und den USA.

Der Nachfolger mit dem wohlklingenden Namen FELICIA lief im Werk Kvasiny vom Band und wies eine Reihe bedeutender technischer Innovationen auf. Statt quer eingebauten Blattfedern wie beim 450 erhielt die Vorderachse des Neulings nun Spiralfedern. Dank massiveren Gummi-Silentblöcken wurden deutlich weniger Vibrationen vom Zentralrohr-Fahrwerk in die Ganzmetall-Karosserie geleitet. Die jetzt asymmetrisch geschliffenen Scheinwerfer leuchteten die Straße besser aus. Neben dem serienmäßigen Faltdach bot ŠKODA für den FELICIA sogar ein 27 Kilogramm leichtes GFK-Hardtop als Option an.

In der Basisversion brachte der ŠKODA FELICIA ein Leergewicht von 930 Kilogramm auf die Waage und erlaubte eine Zuladung von 300 Kilogramm. So konnte der 2+2-Sitzer vier Personen und bis zu 320 Liter Gepäck befördern. Bei einem Radstand von 2.390 Millimetern erstreckte sich die Karosserie auf eine Länge von 4.065 Millimeter. Der unter der Fronthaube untergebrachte Otto-Vierzylinder-Reihenmotor mit OHV-Ventilsteuerung und 1.089 cm3 Hubraum erreichte seine Spitzenleistung von 50 PS bei 5.500 Umdrehungen. Das maximale Drehmoment von 74,5 Nm stand bereits bei 3.500 Touren zur Verfügung. Das Cabriolet rollte auf 15-Zoll-Reifen uns erreichte eine Geschwindigkeit von 130 km/h, der Durchschnittsverbrauch lag bei 9 Litern auf 100 km.

Dank seiner ansprechenden Formen war der ŠKODA FELICIA im In- und Ausland sehr begehrt. Bereits im ersten Produktionsjahr 1959 wurden fast 70 Prozent der 3.251 hergestellten Exemplare exportiert. Selbst auf Automobilmessen an eher exotischen Orten wie Mexiko-Stadt oder Johannesburg erhielt das schicke Cabriolet große Aufmerksamkeit. Zu den bekanntesten ausländischen Besitzern zählte einer der besten Eishockey-Profis seiner Zeit: der Kanadier Maurice „Rocket“ Richard (1921 bis 2000), Teamkapitän der Montreal Canadiens. Als erster Spieler in der Geschichte der National Hockey League NHL gelang ihm das Kunststück, in 50 NHL-Spielen 50 Tore zu schießen.

Im März 1961 präsentierte ŠKODA erneut in Genf einen überarbeiteten FELICIA. Neben einem markanteren Kühlergrill fielen vor allem die tropfenförmigen Heckleuchten-Einheiten ins Auge. Da sich die Vordersitzlehnen jetzt umklappen ließen, bot das Cabriolet sogar die Möglichkeit, im Fahrzeug liegend zu übernachten. Die neue Schalttafel aus dem glasfaserverstärktem Kunststoff Polytex erhielt einen Bezug aus schwarzem Kunstleder, ausstellbare Seitenfenster im GFK-Hardtop verbesserten die Luftzufuhr in den Innenraum. Ein sportlich wirkendes Merkmal der neuen Generation: Durch die Verlagerung des Schalthebels von der Lenksäule auf den Mitteltunnel konnten FELICIA-Fahrer die Gänge jetzt schneller und präziser wechseln. Dank des hochwertigeren 70-Oktan-Benzins, das in den meisten Ländern inzwischen erhältlich war, stieg die Leistung des 1,1-Liter-Motors um 2 PS.

Im Folgejahr 1962 erschien der leistungsstärkere FELICIA SUPER. Den 1.221 cm3 großen Vierzylinder versorgten zwei Fallstromvergaser der tschechoslowakischen Marke Jikov mit brennbarem Gemisch. Durch diese und weitere technische Optimierungen standen den Kunden jetzt 55 PS (40,5 kW) bei 5.100/min sowie 82 Nm bei 3.000/min zur Verfügung. Mit diesen Leistungsdaten erreichte der FELICIA SUPER, der nur zehn Kilogramm mehr wog als das Basismodell, auf breiteren Reifen der Dimension 5,90-15 eine Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h.

Die Produktion der beliebten ŠKODA FELICIA-Modellfamilie lief auf den Bändern in Kvasiny parallel zur Fertigung des ebenso erfolgreichen OCTAVIA COMBI. Bis 1964 wurden dort 14.863 Fahrzeuge des FELICIA und des FELICIA SUPER hergestellt, bevor die Ära der ŠKODA Modelle mit offener Karosserie, Zentralrohrrahmen und dem klassischem Heckantriebskonzept mit Frontmotor endete. ŠKODA bereitete sich auf die Fertigung der völlig neu konstruierten Heckmotor-Generation vor, die im gleichen Jahr mit dem Š 1000 MB durchstartete.

Auch heute, 60 Jahre nach seiner Weltpremiere, erfreut sich der ŠKODA FELICIA noch immer großer Beliebtheit. Dies zeigt sich nicht zuletzt am wachsenden Interesse von Oldtimer-Sammlern sowie an steigenden Marktpreisen gut erhaltener Exemplare. Zum anderen spüren FELICIA-Fahrer bei Oldtimer-Veranstaltungen unmittelbar die große Begeisterung, die dieses Modell bei Klassikerfans von Westeuropa bis China weckt.

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