Škoda DuoBell: Eine innovative Fahrradklingel für mehr Sicherheit

Fußgänger, die Kopfhörer tragen, sind einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt. Um Zusammenstöße mit Radfahrern zu reduzieren, hat Škoda Auto in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern eine innovative Fahrradklingel entwickelt.

10. 4. 2026 Unternehmen

Die Škoda DuoBell, eine Fahrradklingel, deren Ton die Algorithmen von Kopfhörern mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) überlistet, wurde vom Automobilhersteller in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität Salford konzipiert. Forscher und Audiologen der Universität Salford untersuchten gemeinsam mit Škoda, wie sich ANC auf die Hörbarkeit herkömmlicher Fahrradklingeln auswirkt. Das Unternehmen beabsichtigt, die zugrunde liegenden Forschungsergebnisse und Erkenntnisse öffentlich zugänglich zu machen. Das Material soll eine breitere Fachdiskussion anregen und zu mehr Sicherheit im städtischen Verkehr beitragen.

 

     
„Für Škoda war Forschung schon immer von grundlegender Bedeutung. Dieses Projekt ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie eine einfache, aber clevere Idee dazu beitragen kann, das Radfahren für alle sicherer zu machen“, sagt Meredith Kelly, Global Head of Marketing bei Škoda Auto.

Meredith Kelly
Global Head of Marketing bei Škoda Auto

Unachtsamkeit bekämpfen

Die Neugestaltung einer mehr als 100 Jahre alten Sicherheitsvorrichtung entstand aus einem einfachen Bedürfnis. „Fahrradklingeln sind seit über einem Jahrhundert nahezu unverändert geblieben, die Welt um sie herum jedoch nicht. Škoda DuoBell ist die erste Klingel, die jemals dafür entwickelt wurde, Geräusche von Kopfhörern mit Geräuschunterdrückung zu durchdringen. Es ist ein cleverer analoger Trick, der die Algorithmen der künstlichen Intelligenz in diesen Kopfhörern überlistet. Es ist eine kleine Anpassung, die die Sicherheit auf den Straßen der Stadt verbessern wird“, sagt Ben Edwards von AMV BBDO, der an der Entwicklung des Konzepts beteiligten Agentur. Die Idee wurde auch von der Agentur PHD unterstützt, während die Produktionsfirma Unit9 zur Entwicklung des Prototyps beitrug.

Die Zahl der Radfahrer in Großstädten weltweit steigt. In London beispielsweise wird erwartet, dass sie in diesem Jahr zum ersten Mal in der Geschichte die Zahl der Autofahrer übersteigen wird. Gleichzeitig steigt jedoch auch das Risiko von Zusammenstößen zwischen Radfahrern und unaufmerksamen Fußgängern. Allein im Jahr 2024 erhöhte sich die Anzahl solcher Vorfälle laut Daten von Transport for London um 24 %.

Dieser Trend wird zum Teil durch die wachsende Beliebtheit von Kopfhörern mit aktiver Geräuschunterdrückung getrieben, die die Fähigkeit der Fußgänger beeinträchtigen, ihre Umgebung wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Auf den Straßen Londons trägt bis zur Hälfte der Fußgänger solche Kopfhörer. Viele davon sind so effektiv, dass selbst das Läuten einer herkömmlichen Fahrradklingel sie nicht durchdringt.

Die Antwort darauf ist DuoBell: eine analoge Lösung für ein digitales Problem. Die vollständig mechanische Klingel, die die Algorithmen von Smart-Kopfhörern überlistet, erhöht die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass Fußgänger ihren Klang wahrnehmen.

Wissenschaftlicher Ansatz

Der Schlüssel zum Erfolg des neuen Designs lag in der Erforschung, wie Algorithmen für Geräuschunterdrückung in Kopfhörern funktionieren und wie sie umgangen werden können. Wissenschaftler der University of Salford führten daher in Zusammenarbeit mit Škoda Auto eine der ersten Studien durch, um zu untersuchen, wie sich die ANC-Technologie auf die Hörbarkeit herkömmlicher Fahrradklingeln auswirkt.

Durch akustische Tests identifizierte das Forschungsteam ein schmales Frequenzband – eine „Sicherheitslücke“ –, das die Filter von ANC-Kopfhörern durchdringen kann. Dieser Bereich liegt zwischen 750 und 780 Hz. Die Glocke sendet daher Töne in dieser Frequenz aus. Sie verfügt zudem über einen zusätzlichen Resonator (daher der Name DuoBell), der auf eine höhere Frequenz abgestimmt ist und dank eines speziell entwickelten Hammermechanismus schnelle und unregelmäßige Schläge erzeugt. Dadurch entstehen Schallwellen, die ANC-Algorithmen nicht schnell genug verarbeiten können, um sie zu unterdrücken.

Messungen während der Tests zeigten zudem, dass Fußgänger, die Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung trugen, bei aktivierter DuoBell bis zu 22 Meter mehr Reaktionsweg hatten, was einen entscheidenden Sicherheitsspielraum darstellt. Bei Praxistests, die im Februar in Zusammenarbeit mit Deliveroo-Kurieren auf den Straßen Londons durchgeführt wurden, erwies sich die Glocke als so effektiv, dass die Kuriere den Wunsch äußerten, sie behalten zu dürfen.

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Die Klingelprototypen wurden zudem als Hommage an die aktuelle Designsprache „Modern Solid“ von Škoda entworfen. Die Farben, Oberflächen und Materialien sind von Lösungen inspiriert, die in Škoda Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Selbstverständlich trägt die Glocke auch das neue Logo von Škoda Auto.

 

„Dieses Projekt ist Ausdruck unserer Designprinzipien. Es ist das, was wir bei Škoda ‚Simply Clever‘ nennen“, sagt Oliver Stefani, Designchef bei Škoda Auto.

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Designchef bei Škoda Auto

Škoda und der Radsport

Vor mehr als 130 Jahren begann Škoda mit der Herstellung von Fahrrädern und ist bis heute im Radsport aktiv – unter anderem als Partner der Tour de France. Škoda unterstützt auch andere Radsportveranstaltungen, darunter die renommierten Straßenrennen La Vuelta, Paris–Roubaix, Lüttich–Bastogne–Lüttich und Eschborn–Frankfurt. Für die Saison 2026 ist das Unternehmen zudem Partner der Union Cycliste Internationale (UCI) bei den UCI-Mountainbike-Weltmeisterschaften und den UCI-Gravel-Weltmeisterschaften. Radsportbegeisterte können sich zudem auf der Škoda We Love Cycling-Plattform engagieren.