Weniger bekannte Modelle aus 125 Jahren ŠKODA AUTO: der ŠKODA FELICIA Fun

› Neue Serie: Rückblick auf besondere Modelle der Unternehmensgeschichte
› Der ŠKODA FELICIA Fun sorgte für neuen Schwung im Pick-up-Segment und bestach mit einem praktischen Feature im Innenraum

Mladá Boleslav, 28. April 2020 – Anfang der 90er Jahre begegnete man Pick-Ups auf europäischen Straßen nur selten. Mit der Entscheidung, die FELICIA-Familie mit dem PICKUP um einen praktischen Pritschenwagen zu erweitern, trug ŠKODA jedoch dazu bei, dieses Fahrzeugsegment in den Folgejahren populärer zu machen. Im März 1995 debütierte mit dem ŠKODA FELICIA Fun eine weitere Version des PICKUP. Die auffällige gelbe Lackierung dieses Modells und der eindeutige Namenszusatz verdeutlichten auf den ersten Blick, worauf ŠKODA bei diesem Fahrzeug besonders Wert legte: Es sollte als Begleiter in der Freizeit vor allem Spaß machen. Ein praktisches Feature erwartete die Besitzer im Innenraum: Mit nur wenigen Handgriffen wurde aus dem Zwei- ein Viersitzer. Insgesamt entstanden bis August 2000 4.016 Exemplare, die heute bei Youngtimer-Fans gleichermaßen begehrt wie gesucht sind.

Im Rückblick auf die 125-jährige Unternehmensgeschichte von ŠKODA verbinden sich mit dem Modellnamen FELICIA besonders attraktive und elegant gestaltete Fahrzeuge, die neben dem markentypisch hohen Alltagsnutzen schon früh mit ihrem Design begeisterten. So denken Fans der Marke bei dieser Modellbezeichnung sofort an den legendären Roadster, der zwischen 1959 und 1964 zum Symbol des kleinen Traumsportwagens wurde und sich damit als Ikone in der Markenhistorie verewigte. Insgesamt fanden in ihm fast 15.000 Fahrerinnen und Fahrer einen treuen Wegbegleiter für Alltags- und Ausflugsfahrten an schönen Frühlings- und Sommertagen. Die Nachfrage nach dem flotten Zweisitzer übertraf das Angebot bei weitem, ein Großteil der produzierten Einheiten des zeitlosen Cabriolets wurde exportiert. Einen Nachfolger erhielt der FELICIA damals nicht: Es begann die Ära der ŠKODA Fahrzeuge mit Heckmotor, sie schränkte die Vielfalt möglicher Karosserievarianten lange Zeit stark ein. Neben Stufenheck-Limousinen entstanden in Kleinserie zwar sportliche Coupés, offene Modelle mit diesem Antriebskonzept kamen allerdings nicht über das Prototypen-Stadium hinaus oder blieben Ergebnis individueller Umbauten.

Größere Freiräume bei der Karosseriegestaltung eröffnete erst der moderne FAVORIT mit quer verbautem Frontmotor und Frontantrieb: Diese völlig neue Fahrzeugfamilie mit Fließheckkarosserie stellte ŠKODA der Öffentlichkeit am 16. September 1987 auf der Maschinenbaumesse in Brünn vor. Schon bald folgten Studien von Designern und Konstrukteuren des tschechischen Automobilherstellers, darunter auch der Prototyp ŠKODA 781 Tremp: Der zweisitzige Viertürer war mit einen festen Dach für Fahrer und Beifahrer ausgestattet, das ab der B-Säule durch eine massive Rohrkonstruktion und einen Überrollbügel abgelöst wurde. Das Einzelstück befindet sich heute im Besitz des ŠKODA Museums.

In die Serienfertigung schafften es schließlich zwei Karosserieversionen: der 1990 präsentierte Kombi FORMAN und ein Jahr später der zweisitzige Pritschenwagen PICKUP. Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt zeigte der tschechische Automobilhersteller im Jahr 1993, dass selbst dieses Nutzfahrzeug einen ganz eigenen Charme entwickeln konnte und präsentierte zwei fahrbereite Konzepte mit der Modellbezeichnung ŠKODA FAVORIT FUN. Beide basierten auf der Baureihe FAVORIT und besaßen ein höhergelegtes Fahrwerk. Es vergrößerte die Bodenfreiheit um 60 Millimeter und ermöglichte damit auch Touren durch leichtes Gelände. Neben einem vorderen Frontschutz- und einem massiven Überrollbügel, der in Verbindung mit einem Dachgepäckträger auch den Transport von sperrigen Sportgeräten wie Surfbrettern oder Mountainbikes erlaubte, sorgte vor allem ein besonderes Feature für Aufsehen: Die hintere Kabinentrennwand mit elektrischer Rückscheibe ließ sich umklappen und durch einen Hebelmechanismus konnten im Handumdrehen zwei zusätzliche Sitzplätze unter freiem Himmel installiert werden. Auf der verbleibenden Ladefläche gab es anschließend noch ausreichend Platz für Kühlboxen oder Gepäckstücke. Optisch fielen die gelb und violett lackierten Ausstellungsstücke durch ihr geschmackvolles Dekor und Siebenspeichen-Leichtmetallräder ins Auge.

Wie sehr diese beiden Ausstellungsfahrzeuge dem späteren Serienmodell ähnelten, zeigte sich im März 1995 bei der Weltpremiere des ŠKODA FELICIA Fun auf dem Genfer Automobilsalon. Das Fahrzeug übernahm zahlreiche Ideen und Detaillösungen aus den beiden Concept Cars und setzte voll auf Freizeitspaß. Technisch basierte es bereits auf dem technisch umfassend modernisierten und ein Jahr zuvor präsentierten ŠKODA FELICIA – für ihn hatte ŠKODA 1.187 Teile neu entwickelt, Fahrkomfort und Sicherheitsniveau angehoben und die Verarbeitung deutlich verbessert.

Die vermutlich größte Überraschung hielt der FELICIA Fun im Interieur bereit: Auch die innovative Idee einer klapp- und verschiebbaren Rückwand und zweier Notsitze hatte Einzug ins Serienfahrzeug gehalten und war damit weit mehr als ein futuristisches Show-Car-Feature. Die intern „Party-Trick“ genannte, weiter entwickelte Mechanik gehörte zur Serienausstattung des FELICIA Fun. Waren die Notsitze ausgeklappt, änderte sich die Tiefe der mit Fichtenholz ausgelegten Ladefläche von 1.370 auf 850 Millimeter, den praktischen Nutzen des trendigen, stets in kräftigem Gelb lackierten Pritschenwagens mit sportlichem Heckspoiler schmälerte das allerdings nicht. Im Fahrzeugprospekt fanden sich damals folgende Zeilen: „Die frische gelbe Farbe des Fahrzeugs steht für Abenteuer, bei denen Sie der FELICIA Fun gerne begleitet. Nehmen Sie das strahlend gelbe Lenkrad in die Hand, drehen Sie am Zündschlüssel und reisen Sie der Sonne und dem Spaß entgegen.“

Unverändert übernommen hat der ŠKODA FELICIA Fun grundsätzliche Eckdaten des PICKUP-Modells, wie etwa den Radstand von 2.450 Millimetern. Die Länge belief sich auf 4.245 Millimeter, in der Breite maß er 1.680 Millimeter und in der Höhe kam er auf 1.465 Millimeter. Die Kunden konnten zwischen drei Vierzylindermotoren wählen: Neben einem Diesel mit 1896 cm3 Hubraum und einer Leistung von 47 kW (64 PS) waren auch zwei Benziner erhältlich – mit 1,3 Liter Hubraum und 50 kW (68 PS) sowie mit 1.598 cm3 Kubikzentimetern und 55 kW (75 PS), die Höchstgeschwindigkeit lag dann bei 163 km/h. Der kombinierte Verbrauch des 1,6 Liter-Motors pendelte sich nach damals gültiger Verbrauchsnorm bei 7,3 Litern auf 100 Kilometer ein. Die Basisausführung mit 1.3 MPI-Aggregat kostete in der Ausstattungslinie LX 304.900 Tschechische Kronen, die 1.035 Kilogramm leichte Version mit 1.6 MPI-Vierzylinder und einer maximal zulässigen Zuladung von 445 Kilogramm kostete 40.000 Kronen Aufpreis. Der Diesel war 50.000 Kronen teurer als das Basismodell.

Von Oktober 1995 bis August 2000 rollten im Werk Vrchlabí insgesamt 4.016 ŠKODA FELICIA Fun vom Band. Heute sind die Modelle begehrte Sammlerstücke, denn unter den mehr als 1,4 Millionen insgesamt hergestellten FELICIA zählen sie nicht nur zu den auffälligsten und buntesten sondern auch zu den seltensten Exemplaren.

Seltene Modelle aus 125 Jahren ŠKODA AUTO
Diese Meldung ist der letzte Teil einer Serie von insgesamt sieben Pressemitteilungen zu folgenden Modellen:
1.  Folge: Laurin & Klement LW-Dreiräder (1905 – 1911)
2.  Folge: Laurin & Klement Typ E „Černá Hora-Montenegro“ (1908 – 1909)
3.  Folge: ŠKODA SAGITTA (1936 – 1938)
4.  Folge: ŠKODA Typ 998 „Agromobil“ (1962)
5.  Folge: ŠKODA Typ 990 „Hajaja“ (1963)
6.  Folge: ŠKODA BUGGY Typ 736 (1974 – 1976)
7.  Folge: ŠKODA FELICIA Fun (1995 – 2000)

Alle Folgen finden Sie auf www.skoda-storyboard.com.

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