Erinnerung an eine Legende: Vor 130 Jahren wurde „Graf Kilowatt“ geboren

Erinnerung an eine Legende: Vor 130 Jahren wurde „Graf Kilowatt“ geboren

​› Am 29. Januar 1886 erblickte der erfolgreiche Rennfahrer, Graf Alexander Joseph „Sascha“ Kolowrat-Krakowsky das Licht der Welt
› Von 1904 bis 1914 gewann „Graf Kilowatt“ mit Motorrädern und Automobilen der Marke Laurin & Klement zahlreiche prestigeträchtige Rennen
› ŠKODA Museumsleiterin Frydlová: „Kolowrat zählte zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des Motorsports zu Beginn des 20. Jahrhunderts“

​Mladá Boleslav, 29. Januar 2016 – Graf Alexander Joseph Kolowrat-Krakowsky ist vor 130 Jahren geboren worden. Der erfolgreiche Rennfahrer und Mitglied des Verwaltungsrates von Laurin & Klement hatte großen Anteil an der erfolgreichen Entwicklung des größten Automobilherstellers in der damaligen Donaumonarchie Österreich-Ungarn. Darüber hinaus erzielte er große Motorsport-Erfolge.

„Sascha Kolowrat zählte zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des Motorsports zu Beginn des 20. Jahrhunderts“, sagt Andrea Frydlová, Leiterin des ŠKODA Museums. „Die beeindruckende Siegesserie in den prestigeträchtigen internationalen Rennen und Wettbewerben war für die Weiterentwicklung des Unternehmens Laurin & Klement beziehungsweise ŠKODA von großer Bedeutung. An die erfolgreiche Karriere von Graf Kolowrat und seinen Kollegen aus dem Werksteam von Laurin & Klement erinnert die neue Ausstellung im ŠKODA Museum, die sich mit dem 115-jährigen erfolgreichen Motorsport-Engagement der Marke aus Mladá Boleslav beschäftigt“, so Frydlová.

Das Mitglied einer der ältesten böhmischen Adelsfamilien wurde in Glen Ridge (New Jersey, USA) geboren und wuchs im westböhmischen Týnec bei Klatovy auf. Sein erstes Motorrad, einen Einzylinder von Laurin & Klement, schenkte ihm sein Vater zum bestandenen Abitur, ein Automobil der Marke aus Mladá Boleslav bekam er zwei Jahre später.

Kolowrat begann seine Motorsportkarriere im Motorradsport. Erstmals siegte der Graf im September 1906 in der Motorrad-Kategorie bis 65 kg im Bergrennen in der Nähe des österreichischen Kurortes Semmering. Dort triumphierte er zudem ein Jahr später am Steuer des Automobils Laurin & Klement FC. 1908 siegte er im ersten Jahrgang des Rennens Zbraslav-Jíloviště in der Zweiliter-Klasse, im Folgejahr fuhr er beim Rennen der deutschen Prinz-Heinrich-Fahrt insgesamt 102 Rivalen davon. Kolowrat war außerdem maßgeblich am Erfolg des Teams Laurin & Klement in der anspruchsvollen Fahrt St. Petersburg–Sewastopol beteiligt und er behielt im Wettbewerb um den Karpathenpokal (1911) die Oberhand. Kolowrat, der wegen seiner energischen Art auch „Graf Kilowatt“ genannt wurde, fiel neben seinem schnellen und sicheren Fahrstil auch mit seiner außergewöhnlich starken Physis auf. Seine Rennfahrer-Karriere wurde mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahre 1914 unterbrochen.
Mit Graf Kolowrat verbindet man in Motorsportkreisen insbesondere mit der so genannten Alpenfahrt – ein hartes, bis zu 2932 Kilometer langes Rennen. Kolowrat stand gleich beim ersten Jahrgang (1910) ganz oben auf dem Siegerpodest, in den Jahren 1912, 1913 und 1914 kam er jeweils ohne einen einzigen Strafpunkt ins Ziel. Die Alpenfahrt musste ohne Pause bestritten werden, die Motoren mussten stets laufen. Darüber hinaus wurden den Fahrern Maximalzeiten für das Absolvieren einzelner Etappen vorgegeben, in jedem Rennfahrzeug fuhr ein Kampfrichter mit. Der Motor, das Getriebe und weitere wichtige Fahrzeugteile wurden versiegelt, damit sie nicht ausgetauscht werden konnten. Strafpunkte für die Rennfahrer gab es für verspätete Ankünfte oder Starts sowie für unfaires Verhalten während des Rennens. Mit all jenen Herausforderungen wusste sich Sascha Kolowrat am Steuer der Laurin & Klement Automobile stets zu helfen und dominierte den Wettbewerb mehrfach.

Bereits im Alter von 24 Jahren wurde Sascha Kolowrat Mitglied des damals zehnköpfigen Verwaltungsrats des Automobilherstellers in Mladá Boleslav. Seine Anteile an der Firma behielt Kolowrat auch nach dem Ersten Weltkrieg – zu diesem Zeitpunkt war er bereits Bürger der damaligen Tschechoslowakei. Nach der Hochzeit mit der russischen Fürstin Sophia Trubetzkaya ließ er seine Rennfahrer-Karriere auslaufen, widmete sich intensiver der Kinematografie und arbeite fortan mit legendären Schauspielerinnen wie Marlene Dietrich oder dem Regisseur Michael Curtiz (Casablanca) zusammen.

Am Höhepunkt seiner zweiten Karriere erkrankte Sascha Kolowrat mit nur 40 Jahren an Speicheldrüsenkrebs. Am 4. Dezember 1927 verstarb er an den Folgen seines Krebsleidens in Wien. 1975 wurde im Wiener Stadtteil Favoriten eine Straße nach ihm benannt. Zu Ehren von Graf Kolowrat trägt sie den Namen Kolowratgasse. Posthum kehrte der Graf auch auf die Leinwand zurück – im Jahre 1956 in Alfréd Radoks Streifen „Großvater Automobil“ nach dem gleichnamigen Buch von Adolf Branald.

ŠKODA ist bereits seit 115 Jahren im Motorsport erfolgreich. Narcis Podsedníček hatte mit der Teilnahme beim Rennen Paris-Berlin im Juni 1901 die Motorsportgeschichte des Unternehmens eingeläutet. Er ging damals auf einem Motorrad von Laurin & Klement an den Start. Ob auf der Rundstrecke oder bei Rallyes – ŠKODA hat auf der ganzen Welt Siege und Titelgewinne gefeiert. Höhepunkte in der Historie waren jeweils mehrere Titelgewinne in der FIA Rallye-Europameisterschaft (ERC), der FIA Asien-Pazifik-Rallye-Meisterschaft (APRC) und in der Intercontinental Rally Challenge (IRC) sowie der Sieg bei der Tourenwagen-Europameisterschaft 1981. Auch bei der berühmtesten und ältesten Rallye der Welt hat ŠKODA schon triumphiert: Bei der legendären Rallye Monte Carlo, die seit 1911 ausgetragen wird, fuhren ŠKODA. Rallye-Fahzeuge mehrmals zu Klassensiegen. Die stolze Sporttradition setzt ŠKODA heute mit dem Rallyewagen ŠKODA Fabia R5 fort. Gleich nach der ersten Saison mit diesem Wagen fuhr das Werksteam Pontus Tidemand/Emil Axelsson (S/S) für ŠKODA den vierten APRC-Meistertitel in Folge ein. Der Fabia R5 hat darüber hinaus auch fünf nationale Titel gewonnen. Im Jahre 2016 treten die Werksfahrerteams Pontus Tidemand/Jonas Andersson (S/S), Jan Kopecký/Pavel Dresler und Esapekka Lappi/Janne Ferm (FIN/FIN) mit dem ŠKODA Fabia R5 an den Start der FIA-Rallyweltmeisterschaft (WRC 2) an.

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