Ein Meilenstein in der Geschichte von Škoda Motorsport

Die Geschichte von Škoda Motorsport reicht bis ins Jahr 1901 zurück. Fünf Jahre später, an einem Maiwochenende 1906, wurde ein Erfolg gefeiert, der maßgeblichen Einfluss auf die gesamte Marke Škoda hatte. Gründervater Václav Klement spielte bei diesem Meilenstein selbst eine Hauptrolle.
10. 2. 2026 UnternehmenAm 12. und 13. Mai 1906 organisierte der Österreichische Automobilclub ein internationales Langstreckenrennen, um die Leistungsfähigkeit leichter Tourenwagen, sogenannter Voiturettes, zu testen.
Zu dieser Zeit war Laurin & Klement bereits ein etablierter Hersteller von Fahrrädern und Motorrädern, mit denen das Unternehmen auch Rennerfolge feierte. In der Welt der Automobile war das Unternehmen aus Mladá Boleslav jedoch noch ein Neuling. Vier seiner Fahrzeuge wurden für das Rennen gemeldet. Neben Václav Klement gehörten zu den Fahrern Karel Kollarz, Leiter der L&K-Niederlassung in Wien, der erfahrene Motorradrennfahrer Václav Vondřich und der Ingenieur Karl Slevogt. Alle traten mit dem Zweizylinder-Modell Voiturette B an, das erst einen Monat zuvor vorgestellt worden war.
Motorradrennfahrer Václav Vondřich an der Ziellinie der inoffiziellen Motorrad-Weltmeisterschaft.
Die Strecke war in zwei Etappen unterteilt: von Wien nach Graz und wieder zurück nach Wien. Jede Etappe war 205 Kilometer lang, sodass die Gesamtstrecke 410 Kilometer betrug. An glatten Asphalt war seinerzeit nicht zu denken, stattdessen mussten sich die Teilnehmer mit staubigen Straßen und Kopfsteinpflaster begnügen. Die Strecke umfasste auch anspruchsvolleres Gelände, wie beispielsweise die Steigung durch den Semmering-Pass.
Wie sah das Reglement aus?
Bei der Veranstaltung des Österreichischen Automobilclubs ging es nicht um reine Geschwindigkeit, sondern um Konstanz. Die Teilnehmer mussten eine Durchschnittsgeschwindigkeit einhalten, die sich nach der Anzahl der Motorzylinder richtete – 22 km/h für Ein-Zylinder-Fahrzeuge und 27 km/h für Zwei-Zylinder-Fahrzeuge. Das Tempo wurde von Offiziellen überwacht, die diskret entlang der Strecke positioniert waren und die Durchfahrtszeiten aufzeichneten. Für jede Minute, die unter oder über der anhand der vorgeschriebenen Durchschnittsgeschwindigkeit berechneten Zeit lag, erhielten die Fahrer im Ziel zehn Strafpunkte.
Die damalige Allgemeine Automobil-Zeitung berichtete, dass sich die insgesamt 25 Teilnehmer bereits um fünf Uhr morgens in Wien zum Start einfanden. Das Team von Laurin & Klement unter Leitung von Václav Klement blieb am Start zusammen und machte sich geschlossen auf den Weg nach Graz. Karel Kollarz war der erste L&K-Fahrer, der das Ziel der ersten Etappe erreichte, gefolgt von Slevogt und Klement. Václav Vondřich schied aufgrund eines Unfalls aus.
Anschließend wurden die Fahrzeuge in eine Garage gebracht, wo die Teilnehmer keine Reparaturen oder Modifikationen vornehmen durften. Sie sahen ihre Autos erst kurz vor dem Start am nächsten Morgen wieder. Die Bedingungen am zweiten Tag erwiesen sich zunächst als günstig, da der nächtliche Regen den Staub von den Straßen gespült hatte und die Sichtverhältnisse besser waren. Dennoch gab es Komplikationen: Václav Klement fuhr über einen Nagel und hatte eine Reifenpanne. Die Reparatur führte er auf dem Passgipfel selbst durch. Von dort aus beobachtete er vermutlich auch das herannahende Unwetter, das die Etappe nach Wien erschwerte.
Václav Klement beim Reparieren seines Reifens auf dem Bergpass.
Im Ziel warteten eine große Menschenmenge und hochrangige Vertreter von Automobilclubs. Alle begrüßten die vom Unwetter durchnässten und von der anspruchsvollen Reise verschmutzten Teilnehmer. Unter ihnen war auch Václav Klement, der trotz der Reifenpanne mit 130 Strafpunkten schließlich den dritten Platz in der Kategorie der Zwei-Zylinder-Voiturettes belegte. Slevogt wurde Sechster in dieser Kategorie, Kollarz Achter.
Damit verlief der erste Automobilwettbewerb für Laurin & Klement erfolgreich. Ein Erfolg, auf den das Unternehmen für die Zukunft aufbauen konnte.
Václav Klement spricht an der Ziellinie über seine Erfahrungen.
125 Jahre mit Vollgas
Der Grundstein für Škoda Motorsport wurde bereits fünf Jahre zuvor, am 27. Juni 1901, gelegt. Zwei Motorräder von Laurin & Klement nahmen damals am internationalen Rennen von Paris nach Berlin teil. Heute wird dieses Erbe durch Siege und Titel in der RC2-Wertung der FIA-Rallye-Weltmeisterschaft, der FIA-Rallye-Europameisterschaft und zahlreichen regionalen und nationalen Rallye-Serien fortgesetzt. Im Laufe von 125 Jahren sind in Mladá Boleslav echte Ikonen entstanden, darunter der Škoda 130 RS, der Škoda Octavia WRC und der aktuelle Škoda Fabia RS Rally2.





