ŠKODA SUPERB (1934–1949): Begründer der traditionellen Flaggschiff-Modellreihe

› Zwischen 1934 und 1949 entstehen bei ŠKODA insgesamt 890 Exemplare des luxuriösen SUPERB mit Sechs- und Achtzylindermotoren
› Seit 2001 ist der moderne SUPERB die Flaggschiff-Modellreihe des tschechischen Automobilherstellers

Mladá Boleslav, 4. August 2020 – Im Jahr 1934 trug das Flaggschiff der ŠKODA-Modellpalette erstmals den Namen SUPERB. Schon damals stand diese Bezeichnung für ein komfortables, leises und gut motorisiertes Reisemobil, das sich durch ein großzügiges Platzangebot, eine hohe Verarbeitungsqualität, eine umfangreiche Ausstattung und einen durchzugsstarken Motor auszeichnete. Die 1939 gebaute Limousine SUPERB 3000 OHV, die sich im Besitz des ŠKODA Museums befindet, vertritt den tschechischen Automobilhersteller häufig bei Oldtimerveranstaltungen.

Das umfangreiche Produktportfolio des Unternehmens aus Mladá Boleslav umfasste schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch luxuriöse Fahrzeuge. Nach zahlreichen Modellen, die noch nach klassischem Konzept mit einem Leiterrahmen-Fahrgestell gefertigt wurden, traten 1934 Fahrzeuge einer völlig neuen Generation an. Markantestes Merkmal des ŠKODA 637 D und K, sowie des ŠKODA 639 und ŠKODA 640: ein modernes Zentralrohrrahmen-Chassis und fortschrittliche Einzelradaufhängungen rundum.

Der erste Vermerk zu der Modellbezeichnung SUPERB findet sich am 22. Oktober 1934 in einem Tagebucheintrag von Karel Hrdlička, seinerzeit Topmanager des Automobilwerks in Mladá Boleslav. Zuerst trug der modernisierte ŠKODA 640 diesen Beinamen, der sich damit erfolgreich gegen die Alternative „Regent“ durchsetzte. Dass dieses Fahrzeug tatsächlich „superb“ war, zeigte sich schnell.

Denn die Entwickler hatten bei dem großen ŠKODA besonderen Wert auf die Vermeidung von Fahrgeräuschen und Vibrationen gelegt. Neben der Einzelradaufhängung sorgte auch die komfortable Kennlinie der Blattfedern – an der Hinterachse wurden sie doppelt angeordnet – sowie der SV-Reihensechszylinder mit hoher Laufkultur für ein ruhiges Fahrerlebnis. Der 2.492 Kubikzentimeter große Motor stellte 55 PS (40,5 kW) zur Verfügung und prägte maßgeblich auch die Typbezeichnung 640: Die 6 stand für die Anzahl der Brennräume und die 40 für die Motorleistung, die in diesem Fall in Kilowatt statt wie zuvor in PS angegeben war. Das bis zu 5,5 Meter lange Automobil erreichte bei einem Grundverbrauch von 14 Litern auf 100 Kilometern eine Spitzengeschwindigkeit von 110 km/h. Für die Verzögerung sorgten gleichmäßig wirkende Hydraulikbremsen. 

Die Serienproduktion des ŠKODA 640 SUPERB lief im März 1935 an. Das große Kundeninteresse spiegelte sich schon bald in der vierwöchigen Lieferfrist für Modelle mit geschlossener Karosserie wider. Auf Cabriolet-Varianten mussten Interessenten sogar doppelt so lange warten. 1936 erschien eine modernisierte Ausführung, die erstmals nur noch den Namen SUPERB trug. Hubraum und Leistung des Sechszylindermotors wurden schrittweise erweitert, auch die Ausstattung fiel mit jedem Modelljahr umfangreicher aus und das Design wurde immer weiter verfeinert. Als Flaggschiff des Marktführers wurde der ŠKODA SUPERB schon bald zum Synonym für ebenso elegante wie dynamische, komfortable und hochwertig produzierte Automobile.

Nach mehr als 600 gebauten Sechszylindern mit SV-Steuerung der seitlich positionierten Ventile wechselte ŠKODA 1938 zum effizienteren OHV-Konzept mit Ventilen im Zylinderkopf. Fortan trieb der neue 3000 OHV-Motor mit 3.137 Kubikzentimetern Hubraum den SUPERB an. Er entwickelte bei 3.500 Umdrehungen eine Leistung von 85 PS (62,6 kW) und setzte – anders als zahlreiche Konkurrenzmodelle – bereits auf ein modernes 12-Volt-Elektriksystem. Auch weiterhin sorgte der ebenso leichte wie verwindungssteife Zentralrohrrahmen im Zusammenspiel mit der Einzelradaufhängung für einen hohen Fahrkomfort auf den seinerzeit zumeist sehr schlechten Straßen. Mit der Produktaufwertung im Frühling 1939 ersetzte ŠKODA die zweigeteilte Flügel-Motorhaube durch eine einteilige Abdeckung, die nach hinten hochklappte. Wer sich für den SUPERB 3000 OHV entschied, hatte zudem die Wahl zwischen verschiedenen Modellvarianten: vom Stufenheck-Fahrzeug über ein Halb-Cabriolet mit festen Fensterrahmen bis hin zur Limousine, die eine verglaste Trennwand zwischen den vorderen und hinteren Sitzen besaß. Hinzu kamen noch Karosserien, die nach individuellem Kundenwunsch entstanden.

Die schwarze SUPERB-Limousine aus dem Fuhrpark des ŠKODA Museums ist 5,2 Meter lang, 1,8 Meter breit und 1,72 Meter hoch. Zu ihren besonderen Merkmalen zählen die beiden Reserveräder in den vorderen Kotflügeln sowie zwei Notsitze, die den Wagen in einen Siebensitzer verwandeln. Ebenfalls zur ständigen Ausstellung gehört der ein Jahr jüngere SUPERB 4000 – das einzige erhaltene Exemplar einer kleinen Serie, die einen größeren V8-Motor besaß. Im Metallic-Farbton Gold und einer moderner geformten Karosserie zieht der frisch restaurierte SUPERB OHV von 1948 die Aufmerksamkeit der Museumsbesucher auf sich. 1949 hat ŠKODA die Produktion der ersten SUPERB-Baureihe auslaufen lassen.

2001 führte ŠKODA die markante Modellbezeichnung wieder ein, die seither wieder die Flaggschiffe der Produktpalette des tschechischen Autoherstellers kennzeichnet. Von der ersten neuen SUPERB-Generation liefen bis 2008 rund 136.000 Exemplare vom Band, die zweite – schon mit Allradantrieb und auch als SUPERB COMBI erhältlich –fand zwischen 2008 und 2015 mehr als 600.000 Abnehmer. Seit 2015 ist die aktuelle dritte Generation auf dem Markt. Sie hat 2019 eine Produktauffrischung erhalten und wird seither auch als SUPERB iV auch mit Plug-in-Hybridantrieb angeboten.

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