Maßgeschneidertes Schiebedach, Walkie-Talkies und Champagner: Der Škoda Peaq bei der Tour de France

Ein Symbol, eine mobile Kommandozentrale und wahrscheinlich das berühmteste Auto der Radsportwelt: der legendäre rote Begleitwagen der Tour de France. In diesem Jahr übernimmt der neue Elektro-SUV Škoda Peaq diese besondere Rolle. Wir geben einen Einblick in die Entstehung dieses einzigartigen Fahrzeugs.
3. 7. 2026 eMobilitätDas berühmteste Etappenrennen der Welt rückt mit großen Schritten näher. Škoda Auto ist bereits zum 23. Mal in Folge als offizieller Partner Teil der Tour de France. Unter den zahlreichen Begleitfahrzeugen sticht eines besonders hervor: das sogenannte „Red Car“. Ausgestattet mit sechs Antennen, Warnleuchten und einem Kühlschrank, in dem traditionell Champagner bereitsteht, ist es ein Symbol der gesamten Tour. Zugleich dient es als speziell umgebaute mobile Kommandozentrale, von der aus der Rennleiter den Verlauf des Rennens überwacht.
Škoda verfügt über langjährige Erfahrung im Aufbau dieser besonderen Fahrzeuge. Das erste „Red Car“ auf Škoda Basis wurde 2004 aus einem Superb der ersten Generation entwickelt. In den vergangenen Jahren dienten unter anderem das Elektrofahrzeug Enyaq und der Plug-in-Hybrid Superb iV als Grundlage für die mobile Kommandozentrale. In diesem Jahr übernimmt erstmals der vollelektrische SUV Škoda Peaq diese besondere Rolle – nur wenige Tage nach seiner Vorstellung.

Das Spezialfahrzeug des Rennleiters basiert auf dem Peaq Sportline mit Allradantrieb, genauer gesagt auf dem Peaq 90x Sportline (220 kW/299 PS: Stromverbrauch kombiniert: 16,1 – 18,6 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km; CO2-Klasse: A). Bevor es zur Eröffnungsetappe aufbricht, sind jedoch zahlreiche Umbauten erforderlich. „Früher wurde das Fahrzeug erst umgerüstet, nachdem es vollständig fertiggestellt war. Heute nehmen wir es bereits während des Fertigungsprozesses vorübergehend aus der Produktionslinie – genauer gesagt, nachdem die Karosserieteile montiert wurden. Sobald die notwendigen Anpassungen vorgenommen sind, bringen wir es zurück auf die Linie. Anschließend wird es gemeinsam mit den neuen Elementen manuell lackiert“, erklärt Radim Baborovský, der innerhalb der Marketingabteilung von Škoda Auto für Ausstellungs- und Sponsorenfahrzeuge verantwortlich ist. So entsteht der sogenannte Executive-Wagen.

Das Spezialfahrzeug ist mit einem hochentwickelten Kommunikationssystem und sechs Funkantennen ausgestattet, die direkt in die Karosserie integriert sind. Steuereinheit und Akku der Kommunikationszentrale befinden sich im Kofferraum – dort, wo beim siebensitzigen Peaq normalerweise die dritte Sitzreihe untergebracht ist. „Im Einsatz bleibt das System zwei bis drei Tage lang geladen. Vorsichtshalber laden wir es jedoch täglich auf. Wir können es uns nicht leisten, dass etwas ausfällt. Durch die zusätzliche Ausrüstung hat sich das Gewicht des Fahrzeugs um etwa 150 Kilogramm erhöht“, erklärt Baborovský.
Neben den Antennen verfügt das Fahrzeug außerdem über fest montierte Halterungen für Werbebanner: eine oberhalb der Windschutzscheibe und eine weitere auf der Motorhaube. Selbstverständlich werden für jedes einzelne Fahrzeug auch maßgeschneiderte Grafiken angefertigt. Beim Peaq bedeckt die grüne Škoda Lackierung beispielsweise nicht die schwarzen Verkleidungen der hinteren Radläufe, die charakteristisch für die Sportline-Ausstattung sind.






„Die größte technische Änderung und zugleich die größte Herausforderung für das Entwicklungsteam war das zu öffnende Panoramadach. Normal öffnet es sich von vorne nach hinten. Für das Fahrzeug des Rennleiters war jedoch die umgekehrte Anordnung erforderlich. So kann er sicher auf dem Rücksitz stehen und beispielsweise einzelne Etappen offiziell starten. Unsere Kollegen in der technischen Entwicklung leisten hier enorme Arbeit“, lobt Radim Baborovský das Team. Daher erhielt der Peaq, der serienmäßig mit einem durchgehenden Glasdach ausgestattet ist, ein Modul aus einem anderen Serienfahrzeug. Dieses wurde allerdings um 180 Grad gedreht eingebaut. „Es handelt sich um ein Originalbauteil aus einem anderen Škoda Modell, das mit höchster Präzision in das Dach integriert werden muss. Dabei zählt jedes Detail. Wir müssen beispielsweise sicherstellen, dass der umgekehrte Mechanismus die Kopffreiheit der Insassen nicht einschränkt“, erklärt Tomáš Vodseďálek aus der technischen Entwicklungsabteilung von Škoda Auto.
Obwohl der serienmäßige Peaq für bis zu sieben Insassen ausgelegt ist, bietet er als mobiles Hauptquartier der Tour de France nur Platz für vier Personen. Rennleiter Christian Prudhomme sitzt hinter dem Fahrer, der mittlere Rücksitz wurde durch eine spezielle Konsole mit Tisch und Kühlschrank ersetzt. Der Platz hinter dem Beifahrer ist Ehrengästen vorbehalten. In den Fahrzeugen der Rennleitung nehmen regelmäßig auch der französische Präsident sowie Prominente wie Tom Cruise Platz.
Bevor die Tour de France beginnt, wird das fertige Fahrzeug von seinen Fahrern ausgiebig getestet – viele von ihnen sind ehemalige Radprofis. So können sie sich umfassend mit dem Fahrzeug vertraut machen und sich während des Rennens sicher im Peloton bewegen. „Wir haben bereits eine Testveranstaltung mit dem Peaq erfolgreich absolviert, und die Fahrer sind von dem Neuzugang begeistert“, fasst Radim Baborovský zusammen. Anschließend ergänzt er noch ein besonderes Detail: „Das ‚Red Car‘ ist mit einer speziellen Drucklufthupe ausgestattet. Sie hat einen unverwechselbaren Klang, der sich deutlich von herkömmlichen Fahrzeughupen unterscheidet. Radfahrer können daher schon aus der Ferne erkennen, dass sich das Auto des Rennleiters nähert.“
Auch für Škodas neuen Radsport-Botschafter Chris Froome, einen der erfolgreichsten Straßenradfahrer der Neuzeit, ist das „Red Car“ mit vielen Erinnerungen verbunden. „Am lebhaftesten erinnere ich mich an die Positionskämpfe hinter seiner Heckstoßstange – besonders bei Etappen, die direkt mit starkem Seitenwind begannen. Manchmal ist man so nah dran, dass die Reifen Spuren am Auto hinterlassen. Aber für den Start eines Rennens ist das einfach der beste Platz“, erinnert sich der vierfache Tour-de-France-Sieger. In diesem Jahr wird er das Rennen aus nächster Nähe in den Farben von Škoda verfolgen. „Ich freue mich sehr darauf, die Tour in diesem Jahr in einer ganz anderen Rolle zu erleben – aus einem klimatisierten Auto heraus. Ich glaube, ich bin inzwischen an einem Punkt angekommen, an dem ich sie aus einer neuen Perspektive genießen kann“, fügt er mit einem Lächeln hinzu.




