Ein waschechter Tscheche aus Spanien

Ein waschechter Tscheche aus Spanien

Das neue elektrische City-SUV-Crossover Škoda Epiq ist das erste in Spanien produzierte Modell der Marke. Gebaut wird es im Werk Pamplona. Im Zuge umfassender Vorbereitungen haben die Experten von Škoda Auto dafür gesorgt, dass das Fahrzeug in jeder Hinsicht ein echtes Modell der tschechischen Marke bleibt.

10. 6. 2026 eMobilität

Der neue Škoda Epiq ist ein perfektes Beispiel für intensive konzernweite Zusammenarbeit in Europa: Entwickelt wurde das Fahrzeug von Teams in der Tschechischen Republik, produziert wird es künftig in Spanien – im Werk einer deutschen Marke.

Die Produktion läuft im Volkswagen Werk Navarra im spanischen Pamplona an. Dort wird das Elektrofahrzeug gemeinsam mit seinem Konzernbruder auf Basis der MEB+-Plattform montiert. Diese Synergie trägt dazu bei, den Epiq erschwinglich zu machen und Elektromobilität für ein breiteres Publikum zugänglich zu machen.

Škoda bringt umfassende Erfahrung in dieser Form der Zusammenarbeit mit. Fahrzeuge der Marke wurden bereits in der Vergangenheit im Ausland produziert – und das wird auch künftig so bleiben. So entsteht etwa die aktuelle Generation des Superb in der Slowakei. Umgekehrt lief bis zum Frühjahr dieses Jahres das spanische SUV SEAT Ateca im Škoda Werk in tschechischen Kvasiny vom Band.

Standardisierung ist ein großer Vorteil  

Die Produktionsvorbereitung für jedes neue Modell ist ein anspruchsvoller und langwieriger Prozess, an dem zahlreiche Mitarbeiter beteiligt sind. Die Entscheidung, den kompakten Škoda Epiq im Volkswagen Werk Navarra zu fertigen, fiel 2023. Seitdem arbeiten die Experten von Škoda daran, dass der Produktionsanlauf genauso reibungslos verläuft wie in einem der eigenen Werke des Unternehmens.

Ein großer Vorteil dabei: Die grundlegenden Produktionsprinzipien sind im gesamten Volkswagen Konzern standardisiert. „Im Prinzip spielt es daher keine Rolle, ob ein Modell in einem inländischen oder ausländischen Werk produziert wird. Der Konzern nutzt seit langem einheitliche Verfahren und Methoden, die hohe Qualität, Effizienz und Kompatibilität zwischen den einzelnen Produktionsstandorten gewährleisten“, erklärt Stanislav Melichar aus der Produktionsplanung bei Škoda Auto.

Eine Besonderheit des Epiq Projekts ist, dass es im Rahmen der neuen Strategie „one.PRODUCTION“ entwickelt wurde. Sie basiert auf einem marken- und werksübergreifend einheitlichen Ansatz und zielt darauf ab, Prozesse, Technologien und Know-how zu teilen, die Effizienz zu steigern und Synergien innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks zu nutzen. „In der Praxis bedeutet dies eine engere Vernetzung der Teams, die Standardisierung von Fertigungsverfahren und einen breiteren Einsatz digitaler Werkzeuge im gesamten Produktionsnetzwerk des Konzerns“, erläutert Stanislav Melichar. 

Von Beginn an waren die Zuständigkeiten der Partner in Tschechien und in Spanien klar verteilt. In Mladá Boleslav wurden beispielsweise die Stanzwerkzeuge für die Karosserieteile vorbereitet. In Spanien lag der Fokus hingegen auf der finalen Optimierung der Produktionsabläufe und der Umsetzung spezifischer Fertigungsverfahren direkt im Werk. Beim Epiq kam hinzu, dass auch die neue technische Architektur des Fahrzeugs berücksichtigt werden musste. 

Strenge Qualitätskontrolle

In Pamplona werden die neuen Elektrofahrzeuge auf derselben Produktionslinie wie Modelle mit Verbrennungsmotor gefertigt – ein Bereich, in dem Škoda Auto bereits über umfangreiche Erfahrung aus seinem Werk in Mladá Boleslav verfügt. Dort entstehen die Elektrofahrzeuge Enyaq und Elroq auf derselben Linie wie der langjährige Bestseller der Marke, der Octavia.

Diese Erfahrung half auch dabei, die Produktionsqualität vor Ort gezielt und effizient zu optimieren. Im Auftrag von Škoda Auto übernahm Petr Košek die Aufsicht. Seit September 2024 ist er in Pamplona als Kommunikations- und Entscheidungsbrücke zwischen dem tschechischen Automobilhersteller und dem spanischen Werk tätig. „Dadurch konnten der Informationsfluss sowie die anschließenden Entscheidungsprozesse beschleunigt und gestrafft werden, insbesondere in den einzelnen Phasen der Projektvorbereitung und des Produktionsanlaufs“, sagt Petr Košek.

Eine seiner zentralen Aufgaben bestand darin, die Einhaltung der funktionsorientierten Qualitätsstrategie sicherzustellen, die den Anforderungen der Škoda Kunden besondere Bedeutung beimisst. Anders gesagt: Es galt zu gewährleisten, dass der Epiq nicht nur wie ein Škoda aussieht, sondern sich im realen Einsatz auch so verhält. 

„Im Auftrag von Škoda Auto waren wir vor allem daran beteiligt, die Qualitätsanforderungen in Bezug auf Design, Technik und Kundenerwartungen festzulegen. Wir haben Qualitätsstandards und Benchmarks definiert, die Einhaltung dieser Vorgaben während der Produktionsumsetzung überwacht und Prozesse sowie Komponenten freigegeben – darunter auch Schlüsselkomponenten wie die Antriebsbatterie“, erklärt Petr Košek.

Das bedeutet: Im Epiq kommen keine spezifischen Komponenten zum Einsatz, die der Automobilhersteller nicht bis ins Detail kennt. Neben dem Produktionsprozess selbst ist das spanische Werk auch für die Zusammenarbeit mit den Zulieferern sowie für das operative Management des laufenden Geschehens am Band verantwortlich.

Deshalb kann der Epiq in seiner „Geburtsurkunde“ Spanien als Herkunftsort angeben – und bleibt dennoch ein echter Škoda. „Aus Qualitätssicht ist entscheidend, dass das Endprodukt unabhängig vom Kooperationsmodell stets vollständig den Markenstandards von Škoda entspricht“, ergänzt Petr Košek. 

Škoda Produktion im Ausland

Obwohl Škoda ein tschechischer Automobilhersteller ist, werden Fahrzeuge und Komponenten der Marke im Zuge der erfolgreichen internationalen Expansion längst auch außerhalb der eigenen Werke in Mladá Boleslav, Kvasiny und Vrchlabí produziert. Der Epiq ist daher nicht das erste Modell der Marke, das außerhalb seines Herkunftslandes entsteht.

Škoda produziert heute unter anderem in Spanien, der Slowakei, Kasachstan und Indien – meist im Rahmen von Konzernpartnerschaften. Darüber hinaus fertigt die Marke in Vietnam und der Ukraine in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern.

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