Blick hinter die Kulissen: So testet Škoda Motorsport

Blick hinter die Kulissen: So testet Škoda Motorsport

Das Rallye-Programm rund um den Škoda Fabia – einschließlich des aktuellen Fabia RS Rally2 – zählt zu den erfolgreichsten seiner Kategorie. Ein zentraler Erfolgsfaktor: umfassende und konsequent durchgeführte Testprogramme.

22. 4. 2026 Unternehmen

Ein erfolgreiches Rallye-Auto braucht eine starke Basis. Fahrzeuge aus Mladá Boleslav stehen seit jeher für technische Reife, Langlebigkeit und Zuverlässigkeit. Zwei prägnante Beispiele sind der legendäre Škoda 130 RS, der sich selbst gegen leistungsstärkere Konkurrenz behauptete, sowie der Škoda Octavia WRC, dessen Robustheit bei der anspruchsvollen Safari-Rallye zum besten Ergebnis der Marke in der Königsklasse der FIA-Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) beitrug. Umfangreiche Tests waren schon immer fester Bestandteil von Škoda Motorsport und sind es bis heute.

Auf alles vorbereitet

Der Škoda Fabia RS Rally2 folgt konsequent der bewährten Entwicklungsphilosophie seiner Vorgänger. Testfahrten sind eine entscheidende Phase, sowohl vor der FIA-Homologation als auch zur Vorbereitung auf jede Saison und jede einzelne Rallye. Bereits während der Entwicklung wurde der Fabia unter unterschiedlichsten Bedingungen erprobt: auf verschiedensten Asphaltbelägen, auf rauen Schotterpisten sowie auf Schnee und Eis. Nur so lassen sich Funktionalität und Haltbarkeit unter extremen Bedingungen zuverlässig validieren.

Die Entwicklungstests stellen das gesamte Fahrzeug auf die Probe und liefern Antworten auf zentrale Fragen. Das Auto muss in unterschiedlichsten Szenarien bestehen, Staub, Steinen und Wasser trotzen und sowohl bei extremer Hitze – etwa in der Türkei oder in Afrika – als auch bei eisigen Temperaturen in nördlichen Regionen zuverlässig funktionieren. Auch Sprünge, wie sie bei schnellen Rallyes in Finnland oder Estland typisch sind, gehören zum Pflichtprogramm. Parallel werden selbst kleinste Details wie die Aerodynamik der Außenspiegel oder Dichtungselemente präzise optimiert. All das trägt am Ende zum Rennerfolg bei.

Entsprechend anspruchsvoll ist das Testprogramm. „Im Laufe des Jahres absolvieren wir bis zu 40 Testtage in verschiedenen Teilen Europas, meist in drei- bis viertägigen Sessions“, erklärt Eric Mommey, Chefingenieur bei Škoda Motorsport. „Dabei wechseln wir zwischen Strecken und Besatzungen, um möglichst vielfältiges Feedback zu erhalten. Je nach Umfang dauert die Vorbereitung rund zwei Monate, inklusive Abstimmung mit Veranstaltern zu Streckenwahl, Genehmigungen, Logistik und Testplanung.“

Škoda liefert immer Ergebnisse

Eine erfolgreiche Homologation bedeutet nicht das Ende der Arbeit der Ingenieure von Škoda Motorsport. Während des gesamten Homologationszyklus wird das Fahrzeug durch kontinuierliche Entwicklung und Tests weiter verfeinert. Das Team evaluiert ständig neue Komponenten, die darauf abzielen, Gewicht zu reduzieren und damit die Beschleunigung zu verbessern. Auf höchstem Motorsportniveau zählt jedes Gramm. Auch hier muss selbst die kleinste neue Komponente gründlichen Tests unterzogen werden.

Von den Tests profitieren auch Teams, die mit Škoda Fahrzeugen antreten. Ein großer Vorteil des Kundenprogramms bei Škoda Motorsport sind ganzjährige Setup-Tests. So ist sichergestellt, dass den Teams für jede Rallye stets ein empfohlenes Basis-Setup zur Verfügung steht, unabhängig davon, wo auf der Welt sie antreten.

Die Bandbreite an Set-up-Optionen für ein Rallye-Auto ist riesig, und jede Veranstaltung erfordert eine optimale Konfiguration, um Spitzenleistung zu erzielen. Der Erwerb des notwendigen Know-hows dauert Jahre und Škoda Motorsport hilft privaten Teams, bei der Suche nach der idealen Konfiguration aller Komponenten sowohl Zeit als auch Ressourcen zu sparen. Die Fahrer können das Set-up dann genau auf ihren individuellen Fahrstil und ihre Vorlieben abstimmen.

An einem typischen Testtag legt ein Auto bis zu 300 Kilometer im Wettkampftempo zurück, was insbesondere den Teams extreme Anforderungen abverlangt, da eine vergleichbare Distanz normalerweise während einer dreitägigen WRC-Veranstaltung zurückgelegt wird. Die Tests finden in rascher Abfolge statt und Anerkennung gebührt auch den Mechanikern, die das Fahrzeug-Setup so schnell wie möglich gemäß den Anforderungen der Ingenieure anpassen müssen. Dies ist besonders bei Reifentests anspruchsvoll.

Im Laufe des gesamten Entwicklungsprogramms legen einige Entwicklungs- und Testfahrzeuge oft mehr als 10.000 Kilometer zurück. Sie sind mit Hunderten von Sensoren ausgestattet, um selbst kleinste Details präzise zu messen. Ebenso wichtig ist das unmittelbare Feedback der Testfahrer, die Unterschiede zwischen den einzelnen Einstellungen genau wahrnehmen und beschreiben müssen. Derzeit werden die Testaufgaben bei Škoda Motorsport unter anderem von Emil Lindholm wahrgenommen. Der WRC2-Weltmeister von 2022 beschreibt im Video einen typischen Testtag.