Wie sah der Rennsport vor einem halben Jahrhundert aus? Der Škoda 120 S Rallye begeistert einen Champion

Wie sah der Rennsport vor einem halben Jahrhundert aus? Der Škoda 120 S Rallye begeistert einen Champion

Wie sehr kann sich ein Rallye-Auto in fünf Jahrzehnten verändern? WRC2-Weltmeister Emil Lindholm setzte sich ans Steuer eines der ersten in Mladá Boleslav produzierten Kunden-Rennwagen. Hat dieser etwas mit seinem aktuellen Škoda Fabia RS Rally2 gemeinsam? Sehen Sie sich das Video an, um es herauszufinden.

2. 10. 2026 Unternehmen

 Der Škoda Fabia in der Rally2-Spezifikation hat bereits Zehntausende von Rallye-Starts absolviert. Diese bemerkenswerten Zahlen sind vor allem dem Kundenprogramm von Škoda Motorsport zu verdanken, über das private Teams aus der ganzen Welt das Rallye-Fahrzeug bestellen können. Die Unterstützung durch Škoda Motorsport geht jedoch weit über den Kauf selbst hinaus. Sie setzt sich auch danach noch lange fort – von der Lieferung von Ersatzteilen bis hin zur Unterstützung bei der Fahrzeugabstimmung für jede einzelne Rallye. 

Die Tradition der Kundenrennwagen reicht bis in die 1970er-Jahre zurück. Schon der Škoda 100 hatte eine Rennversion, den 110 L Rallye, der auch Privatfahrern und Amateuren im In- und Ausland zur Verfügung stand. Sein Nachfolger wurde jedoch weitaus bekannter. Der homologierte Škoda 120 S Rallye ermöglichte es den Teilnehmern, gemäß den internationalen FIA-Vorschriften in der Klasse mit größerem Hubraum von bis zu 1.300 ccm anzutreten.

„Der 120 S Rallye wurde ohne Stoßstangen homologiert, was ihm ein einzigartiges Aussehen verleiht“, sagt Emil Lindholm bei der Vorstellung des Wagens aus der Sammlung des Škoda Museums. „Am meisten begeistert mich der Motor. Sein Hubraum beträgt knapp 1,3 Liter, doch in der Rennausführung gelang es dem Škoda Motorsport Team, bis zu 120 PS aus ihm herauszuholen – und das ganz ohne Turboaufladung“, schwärmt der Rallyefahrer voller Anerkennung.

Der Škoda 100 bot eine hervorragende Basis für ein Rennfahrzeug, ähnlich wie es heute der Škoda Fabia tut. Im Vergleich zu einem modernen Rallye-Auto weist der 120 S Rallye mehr seriennahe Komponenten auf, darunter die Pedale und den Schalthebel. Dennoch verfügt er über die gesamte notwendige Rennausstattung: Der Fahrer sitzt sicher in Schalensitzen und wird durch einen robusten Überrollkäfig geschützt.

„Den 120 S Rallye zu fahren, ist ein intensives Erlebnis. Man bringt ihn mit Herz und Mut an seine Grenzen. Es ist ein Training für den ganzen Körper, und gleichzeitig spürt man jede Bewegung der Karosserie. Das macht wirklich Spaß“, sagt Lindholm, während er das Fahrverhalten des historischen Rallyewagens beschreibt. Anschließend setzt er sich hinter das Steuer eines modernen Fabia. „Der Motor, der Allradantrieb und die Bremsen sind alle Weltklasse. Er lässt sich leicht fahren und ist sehr berechenbar“, sagt Emil über den Škoda Fabia RS Rally2, ein Auto, das nicht nur auf Rallye-Etappen, sondern auch bei den Kunden Erfolg hat. 300 Exemplare wurden bereits verkauft.

„Beide Autos haben viel gemeinsam. Der Škoda 120 S Rallye war für Fahrer mit unterschiedlichen Fahrstilen geeignet. Er war zuverlässig, langlebig und äußerst beliebt. Genau wie der heutige Fabia RS Rally2. Das hat sich einfach nicht geändert und wird sich auch nie ändern“, fasst Emil Lindholm seinen Vergleich der beiden Rennlegenden zusammen.