Peaq geht in Produktion und teilt sich die Fertigungslinie mit dem Octavia

Peaq geht in Produktion und teilt sich die Fertigungslinie mit dem Octavia

Škoda Auto hat die Serienproduktion des neuen Elektro-SUV Peaq aufgenommen. Eine Besonderheit: Das bislang größte Modell der Marke läuft auf derselben Montagelinie wie drei weitere Škoda Modelle vom Band – der Octavia mit Verbrennungsmotor sowie die Elektrofahrzeuge Elroq und Enyaq. Möglich wurde dies durch eine präzise Planung und umfangreiche Vorbereitungen.

13. 8. 2026 eMobilität

„Der Peaq wurde in Montagelinien integriert, auf denen sowohl Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor als auch Elektrofahrzeuge gefertigt werden“, sagt Ondřej Novotný aus der Produktionsplanung. Er spricht über die Lösung, die Škoda Auto in seinem Hauptwerk in Mladá Boleslav umgesetzt hat. Dort können drei verschiedene Elektrofahrzeuge gemeinsam mit einem Modell mit Verbrennungsmotor auf einer einzigen Linie produziert werden.

Mit dem Produktionsstart des neuen SUV Peaq, der im August dieses Jahres in die Fertigung in Mladá Boleslav integriert wurde, verfolgt Škoda Auto das Ziel, die Flexibilität und Effizienz in der Produktion aller Modelle weiter zu steigern. Voraussetzung dafür waren intensive und langfristige Vorbereitungen. Diese betrafen nicht nur das Fahrzeug selbst, sondern insbesondere den gesamten Fertigungsprozess.

 

Alles ist größer

Eine Besonderheit des Peaq: Diese Variante der MEB-Plattform kam im Volkswagen Konzern bislang ausschließlich in China zum Einsatz. Škoda musste die Produktion daher weitgehend eigenständig vorbereiten. Dazu gehört auch, dass das Unternehmen neben den Karosserieteilen aus dem eigenen Presswerk zwei Bauteile der Heckbodenbaugruppe der MEB-Plattform selbst fertigt. Die Vorbereitungen für die dafür benötigten Presswerkzeuge begannen Mitte 2024.

Auch die Anlagen im Karosseriebau und in der Lackiererei mussten angepasst werden, um den Peaq in die bestehende Produktion zu integrieren. Die umfangreichen Arbeiten fanden im Sommer 2025 statt, als die Produktionslinien während der unternehmensweiten Betriebsferien traditionell stillstanden. „Die größte Herausforderung bei der Umsetzung des Karosseriebau-Konzepts bestand darin, den Zeitplan für die Integration des Peaq einzuhalten. Gleichzeitig musste die Gesamtproduktionskapazität für Elektrofahrzeuge berücksichtigt werden“, sagt Novotný.

Was sich geändert hat:

● Neue Presswerkzeuge für die vorderen und hinteren Teile der Plattformbodenbaugruppe 
● Ein vollständig neuer Fertigungsablauf im Karosseriebau zur Integration des Peaq als zusätzliches Modell 
● Anpassungen an Förderbändern und Fördertechnik in der Lackiererei 
● Anpassungen an Fördertechnik und Förderbändern an der Montagelinie, unter anderem für eine höhere Tragfähigkeit und größere Abstände 
● Eine neue Montagehilfe für die dritte Sitzreihe 
● Zusätzliche Förderbandpositionen an der Montagelinie

Da der Peaq rund 20 Zentimeter länger ist als der Enyaq, bislang das größte in Mladá Boleslav produzierte Fahrzeug, mussten die Förderanlagen und Transportbänder in der Lackiererei sowie an der Hauptmontagelinie angepasst werden. „Allein die Rohkarosserie ist 20 Kilogramm schwerer als die des Enyaq. Hinzu kommt die größte verfügbare Batterie, die ebenfalls mehr wiegt und weitere Anpassungen erforderlich machte“, erklärt Novotný.

Während der diesjährigen unternehmensweiten Betriebsferien wurden zudem die sogenannten Skids verlängert – Transportvorrichtungen, auf denen die Fahrzeuge durch den Produktionsprozess befördert werden. „Da wir bereits vor dieser Anpassung mit dem Bau von Testfahrzeugen begonnen hatten, mussten wir zunächst ausreichend Platz auf der Linie schaffen. Dafür wurde der Elroq, das kleinste hier produzierte Modell, direkt vor dem Peaq eingeplant“, erklärt Roman Kira aus der Produktionsabteilung.

Darüber hinaus wurde die Montagelinie um ein neues Montagehilfe für den Einbau der zweiten und dritten Sitzreihe ergänzt. Eine solche Vorrichtung war bislang nicht erforderlich. Gleichzeitig bleibt die bestehende Technik für den Einbau von Komponenten des Verbrennungsantriebs und weiterer zugehöriger Bauteile in den Octavia erhalten. Damit bleibt die Linie besonders flexibel und kann für unterschiedliche Antriebskonzepte und Fahrzeugmodelle genutzt werden.

 

Vorbereitungen an allen Fronten

Noch bevor die ersten Umbauten an den Montagelinien begannen, wurden in der Prototypenwerkstatt erste Fahrzeuge buchstäblich Schraube für Schraube aufgebaut. Anschließend entstanden die ersten Exemplare im Vorserienzentrum von Škoda. Dort machten sich Fachkräfte der Hauptmontagelinie Schritt für Schritt mit dem Fertigungsprozess des neuen Modells vertraut und gaben ihr Wissen anschließend an ihre Kollegen weiter.

In ihrer Gesamtheit zeigen diese Maßnahmen, wie aufwendig die Vorbereitung eines neuen Modells auf die Serienproduktion ist. Sie erfordert eine enge Zusammenarbeit zahlreicher Fachbereiche und greift zugleich in Prozesse und technische Lösungen ein, die seit Jahren etabliert und entsprechend ausgereift sind. Dank dieser umfassenden Vorbereitungen kann der Peaq als Flaggschiff der Marke nun in Mladá Boleslav in Serie produziert werden.