Peaq stellt Reichweitenrekord auf: Vom Herzen Europas bis ans Meer ohne nachzuladen

Peaq stellt Reichweitenrekord auf: Vom Herzen Europas bis ans Meer ohne nachzuladen

Wie weit schafft er es mit einer einzigen Batterieladung? Dieser Frage wollten zwei Škoda Mitarbeiter nachgehen, die an der Entwicklung des neuen Peaq beteiligt sind. Also setzten sie sich ans Steuer des Siebensitzers und machten sich auf den Weg. Am Ende ihrer Reise standen rekordverdächtige 936 Kilometer.

3. 9. 2026 eMobilität

Marek Jež und Jakub Krs waren überzeugt, dass der Peaq seine nach WLTP ermittelte Reichweite übertreffen kann. Das gesetzlich vorgeschriebene WLTP-Verfahren bildet die Fahrzeugnutzung unter möglichst realitätsnahen Fahrbedingungen ab. Marek und Jakub wollten jedoch herausfinden, was unter optimalen Bedingungen tatsächlich möglich ist und entschieden sich für einen anderen Ansatz.

„Unser Ziel war es, die Möglichkeiten der Technologie voll auszureizen. Um die maximal mögliche Reichweite zu erzielen, haben wir die passende Route sorgfältig ausgewählt und natürlich auch unseren Fahrstil entsprechend angepasst“, erklärt Jakub Krs. Wenn er nicht gerade versucht, mit dem Peaq Reichweitenrekorde aufzustellen, ist er als Chief Battery Officer für das Modell tätig. „Im Alltag würde wohl niemand das Fahrzeug auf diese Weise bewegen. Stattdessen würde man die dynamischen Fahreigenschaften des Peaq sowie seine Infotainment- und Komfortfunktionen voll auskosten“, ergänzt sein Fahrerkollege Marek Jež, der als Project Leader das Peaq Programm verantwortet. 

Sealing the charging port cover.Versiegeln der Ladeklappe.

Als Ziel ihres Rekordversuchs wählten sie die Niederlande. Die Route von Mladá Boleslav, wo der Peaq im Škoda Stammwerk produziert wird, führt durch Deutschland. Bewusst planten die beiden ihre Fahrt über weniger stark befahrene Nebenstraßen. Auch KI half ihnen dabei, die optimale Route zu finden. Schon Amsterdam in rund 850 Kilometern Entfernung zu erreichen, wäre ein großer Erfolg gewesen. Vor dem Start zeigte sich Jakub allerdings noch optimistischer: Er hielt sogar die 900-Kilometer-Marke für möglich. 

Für den Rekordversuch kam ein serienmäßiger Škoda Peaq 90 (210 kW/286 PS Selection: Stromverbrauch kombiniert: 15,1 – 17,7 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km; CO2-Klasse: A) zum Einsatz. Er verfügt über eine 91-kWh-Traktionsbatterie mit einer Nettokapazität von 86 kWh, einen 210 kW starken Elektromotor, Hinterradantrieb, 19-Zoll-Räder und serienmäßige Reifen mit geringem Rollwiderstand. Vor dem Start wurde lediglich eine zusätzliche Änderung vorgenommen: Die Ladeklappe wurde versiegelt. Der Rekordversuch wurde offiziell von der Prüforganisation TÜV Süd überwacht. Auch Vertreter des Czech Book of Records verfolgten gespannt den Ausgang der Fahrt. 

Am Dienstag, den 25. August ging es zur Mittagszeit los. Marek, Jakub und der Peaq brachen in Mladá Boleslav auf. Zunächst wechselten sich die beiden Fahrer etwa alle zwei Stunden am Steuer ab. Später, insbesondere während der Nacht, wurden die Wechsel häufiger.

Von Tschechien aus führte die Route zunächst nach Sachsen. Immer wieder ging es an Sonnenblumenfeldern vorbei, weite Teile der Strecke führten über von Bäumen gesäumte Straßen. Die Spree schlängelte sich streckenweise neben der Route entlang, außerdem überquerten der Peaq und seine Besatzung die Elbe. 

Zwischen Braunschweig und Hannover war die Hälfte der Batteriekapazität verbraucht. Mittlerweile war es dunkel geworden. Mit gleichmäßiger Geschwindigkeit bewegte sich der Peaq fort – ein entscheidender Faktor für einen niedrigen Energieverbrauch. „Gleichmäßiges Fahren mit konstanter Geschwindigkeit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine möglichst hohe Reichweite“, sind sich die beiden Fahrer einig. Dabei geht es um mehr als nur darum, ein bestimmtes Tempo zu halten. Starkes Beschleunigen verbraucht viel Energie. Auch kräftiges Bremsen oder ein vollständiger Stillstand wirken sich negativ aus, da anschließend zusätzliche Energie benötigt wird, um wieder auf Geschwindigkeit zu kommen. Diese Anforderungen mit den tatsächlichen Verkehrsbedingungen in drei Ländern in Einklang zu bringen, erwies sich als die größte Herausforderung der gesamten Fahrt.

Auch die Rekuperation, mit der Elektrofahrzeuge einen Teil der Energie zurückgewinnen können, beeinflusste das Endergebnis. Ist sie jedoch zu stark eingestellt, kann das Fahrzeug unnötig abgebremst werden. Dadurch wird unter Umständen weniger Energie zurückgewonnen, als anschließend benötigt wird, um wieder die gewünschte Geschwindigkeit zu erreichen.

In den frühen Morgenstunden legte die Besatzung eine kurze Ruhepause ein. Nach Sonnenaufgang folgte der Grenzübertritt von Deutschland in die Niederlande. Entlang der Straßen tauchten immer mehr der landestypischen Backsteinhäuser auf und natürlich Fahrräder, die während des morgendlichen Berufsverkehrs in niederländischen Städten allgegenwärtig sind. Nach der erfolgreichen Nachtfahrt mussten Marek und Jakub ihren Optimismus zunächst etwas zügeln. „750 Kilometer liegen hinter uns, 170 noch vor uns“, so Marek und Jakub. Doch der Stadtverkehr mit Kreuzungen und Ampeln zehrte regelrecht an den Energiereserven der Batterie. Er ist damit das genaue Gegenteil einer gleichmäßigen Fahrt. 

Auf längeren, ebenen Strecken außerhalb der Städte sank der Energieverbrauch wieder und damit verbesserten sich auch die Aussichten für die verbleibende Distanz. Die Situation entwickelte sich sogar so positiv, dass Marek und Jakub bei einem weiteren Zwischenstopp, diesmal bei einem Škoda Händler in Amersfoort, über eine Verlängerung der geplanten Route diskutierten. „Statt in Amsterdam aufzuhören, fahren wir einfach weiter bis ans Meer“, beschlossen die beiden. Damit kamen rund 50 Kilometer zur ursprünglich geplanten Strecke hinzu.

Die letzten Prozentpunkte der noch in Mladá Boleslav geladenen Batterie verbrauchte der Peaq schließlich auf der Küstenstraße nahe den Stränden von Zandvoort. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurden noch die Tribünen des Formel-1-Grand-Prix vom vorangegangenen Wochenende abgebaut. Am Mittwochnachmittag hatten Marek und Jakub Gewissheit: Sie hatten ihr Ziel erreicht. Insgesamt legten sie 936 Kilometer zurück und erzielten dabei einen Energieverbrauch von lediglich 9,2 kWh/100 km. Das bedeutete nicht nur einen neuen Reichweitenrekord für den Peaq und für einen siebensitzigen Elektro-SUV. Die Fahrt wurde offiziell als tschechischer Rekord in der Kategorie „Längste mit einem Elektrofahrzeug mit einer einzigen Batterieladung zurückgelegte Strecke“ anerkannt.

Navrh-bez-nazvu-141_7c0ec63e

Als der Peaq nach der Rekordfahrt schließlich an eine Ladesäule angeschlossen wurde, räumten beide Fahrer ein, dass das Fahrzeug ihre Erwartungen übertroffen hatte. Vor der Abfahrt hatte keiner von ihnen mit einem derart niedrigen Energieverbrauch und einer solchen Reichweite gerechnet. Überrascht waren sie auch vom großen Interesse ihrer Kollegen, die den Rekordversuch über einen Online-Live-Datenfeed aus dem Fahrzeug verfolgten. „Sie haben sich während der gesamten Fahrt mit uns ausgetauscht und sich morgens gleich als Erstes wieder eingeloggt“, erzählt Jakub. Viele von ihnen hätten zudem darauf gewettet, welche Distanz am Ende erreicht werden würde.

Nach weiteren Tipps für möglichst effizientes Fahren gefragt, verweisen beide Fahrer auf die Erkenntnisse ihrer Rekordfahrt. „Auch das Wetter spielte uns in die Karten“, räumt Marek ein. „Bei Regen und nassen Straßen wäre ein solches Ergebnis nicht möglich gewesen.“ Und Jakub hat angesichts der vielen Stunden hinter dem Steuer noch einen ganz praktischen Tipp parat: „Ich würde auf jeden Fall für etwas Unterhaltung im Auto sorgen“, ergänzt er mit einem Lächeln. 

SKODAmapaREKORD26.1622en_f61cc591